2. Reihe „Meisterwerke“

Seit August 2013 wird die wissenschaftliche Reihe “Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“ vom Berliner Verlag Edition Graugans betreut. In jedem Band werden Kunstwerke ausführlich vorgestellt, mit Informationen zum Künstler, zum Erhaltungszustand des Kunstwerkes und mit Angaben zu weiterführender Literatur. Über 40 Bände sind in dieser weltweit einzigartigen wissenschaftlichen Dokumentation eines zentralen christlichen Motivs von der Spätantike bis zum Jahr 2000 bislang erschienen:

 

KLASSIKER DER JERUSALEMS-KUNST

ISBN 978-3-8482-2279-7

€ 11,99 / kaufen

1

Das Himmlische Jerusalem ist seit jeher ein ganz besonderer Ort. Seit zweitausend Jahren wird die Stadt gemeinsam von Juden, Christen und Muslimen verehrt und aufgesucht. Im Christentum ist die Stadt zu einem einzigartigen Hoffnungsort geworden. Es ist ein positiver Ort, eine Art endzeitliches Paradies: Nach dem Ende der Welt leben hier die Menschen und die Schöpfung mit Gott vereint. In den letzten Kapiteln der Johannesoffenbarung ist dies alles genau beschrieben, mit detaillierten Angaben, wie die Stadt einmal aussehen soll: funkelnde Edelsteine sind ihr Fundament, die Tore sind mit riesigen Perlen geschmückt, die Straßen sind aus Gold, alles ist mit göttlichem Licht durchflutet…
Künstler sind seit Jahrhunderten von dieser Stadt fasziniert und haben das Himmlische Jerusalem ganz verschiedenartig dargestellt. Ob als antikes Mosaik, als großflächiges Wandbild, als strahlendes Farbfenster: das Himmlische Jerusalem ist überraschend oft und in einer überwältigenden Vielfalt künstlerisch verewigt worden. In diesem Band werden nun die besten Werke zu diesem Thema ausführlich vorgestellt, wie immer mit Farbaufnahme, Begleittext und weiterführenden Literaturhinweisen. Unter anderem kann man sich freuen auf:
-Mosaik in Santa Pudenziana, Rom (um 390)
-Mosaik in San Vitale, Ravenna (um 530)
-Trierer Apokalypse (Anfang 9. Jh.)
-Miniaturen des Beatus
-Bamberger Apokalypse (um 1000)
-Romanischer Radleuchter, Hildesheim (um 1050)
-Tympanon von Notre Dame, Paris (um 1180)
-Stadtvisionen der Hildegard von Bingen (um 1160-1170)
-Bible Moralisées (um 1225)
-Dublin-Apokalypse (1250-1300)
-Fresko aus dem Dom zu Gurk, Kärnten (um 1265)
-Baptisterium Padua (1375-1378)
-Wandteppich von Angers (1378-1380)
-Saint-Chapelle, Paris (15. Jh.)
-Fra Angelico: Weltgericht (um 1431)
-Dürerapokalypse (1498)
-Luthers Septembertestament (1522)
-Zwinglibibel (1531)
-Fresko aus Tecamachalco, Mexiko (um 1550, bzw. 1562)
-Zeichnung von Hans Bol (1575)
-Gemälde von Francisco de Zurbarán (1629)
-Merianbibel (1630)
-Klaubers „Historiae Biblicae“ (1748)
-John Martins Gemälde „Letztes Gericht“ (1853)
-Schnorr von Carolsfelds Prachtbibelausgabe (1860)
-Gustave Dorés Bibeledition (1865)
-Charlotte Reihlens Zweiwegebild (1867)
-Matthäus Bayers Holzkreuz (um 1965)

 

DAS HIMMLISCHE JERUSALEM IN ROM

ISBN 978-3-8482-2515-6

€ 12,99 / kaufen

2

Rom – die ewige Stadt. Kaum ein anderer Ort ruft derart viele Assoziationen hervor, freilich ganz unterschiedliche: Da gibt es das antike Rom der Kaiserzeit und das des frühen Christentums. Dann die Weltmetropole des Katholizismus, die Macht und Dekadenz der Päpste, der Ort echter Heiligkeit und schalster Scheinheiligkeit. Schließlich: Rom des Faschismus, Mussolinis Größenwahn eines neuen Weltreichs. Und Rom ist seit 2.000 Jahren eine Stadt, die sich als ein zweites Jerusalem betrachtet, als eine Art Ersatzjerusalem, seit das palästinensische Jerusalem in Hand der Moslems den Christen verloren schien.
Die besten Jerusalems-Werke Roms und Umgebung werden in diesem Band vorgestellt:
-Mosaiken von S. Costanza, S. Pudenziana, S. Maria Maggiore, S. Lorenzo, SS. Cosma e Damiano, S. Cecilia in Trastevere, S. Prassede, S. Marco, S. Sebastiano al Palatino
-Malereien von Benvenuto Garofalo, Ambrogio Buonvicino, Giorgio de Chirico, Karen Laub-Novak, Alfredo di Prinzio, Sandra Fiorentini, Francesco Guadagnuolo, Paola de Santis, Marko I. Rupnik u.a.

 

HIMMLISCHES FRANKEN

ISBN 978-3-8482-3041-9

€ 12,90 / kaufen

4

Franken ist Jerusalems-Land. In ganz Ober-, Mittel- und Unterfranken findet man eine erstaunliche Anzahl verschiedenster Darstellungen des Himmlischen Jerusalem. Bislang war weder der lokalen Denkmalbehörde noch den Kirchen bzw. den kirchlichen Kunstreferenten bekannt, wo es welche Werke zu diesem Thema gibt. Und so lag die Schwierigkeit während der letzten zehn Jahre nicht darin, die einzelnen Kunstwerke formal und inhaltlich zu beschreiben, sondern sie erst einmal aufzufinden und zu dokumentieren. Entstanden ist eine Sammlung der bedeutendsten Mosaike, Glasfenster, Tabernakel und Fresken aus ganz Franken zu diesem faszinierenden Thema, u.a.:
-Die Bamberger Apokalypse (um 1000)
-Mantel der hl. Kunigunde (um 1025)
-Mittelalterliches Zweiwegebild (1175-1200)
-Wandmalerei aus St. Elisabeth in Steinbach (um 1300)
-Dürerapokalypse (1498)
-Allegorie des Virgil Solis (1560)
-Johann Sauberts Bibelausgabe (1629)
-Die Dilherr-Bibel (1656)
-Fenster aus der Auferstehungskirche in Hof (1929)
-Mosaik der Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg (1956/58)
-Radleuchter von Franz Rickert (1963)
-Tabernakel der Klosterkirche Gemünden (1966)
-Fenster aus St. Wolfgang, Bamberg (1967)
-Fenster aus St. Leonhard, Nürnberg (1979)
-Altargestaltung in der Kirche Kreuzauffindung in Grafenrheinfeld (1991)
-Fenster der Brigitten-Kapelle, Pegnitz (1997)
-Kapellenfenster in Craheim (1999)
-Fränkischer Bibelweg (2004)
-Gemälde von Jacques Gassmann (2011)
-Wandmalerei der Karmeliterklosterkirche Würzburg (2012)

 

DAS HIMMLISCHE JERUSALEM ZUR ZEIT DER RENAISSANCE: KUNST, RELIGION UND PHILOSOPHIE

ISBN 978-3-8423-2782-5

€ 12,99 / kaufen

5

Die Renaissance war eine Zeit tiefster Umbrüche, die das Welt- und Menschenbild auf eine neue Grundlage stellte. Davon war die Naturwissenschaft, die Philosophie, die Politik ebenso betroffen wie Religion und Kunst. All diese Bereiche beeinflussten sich gegenseitig: neue Entdeckungen und Handelsbeziehungen führten zur Beschäftigung mit neuen Religionen, neu entdeckte Naturgesetze forderten die Theologie heraus, medizinische Entdeckungen wurden von der Philosophie reflektiert.
Die Wissenschaften und Künste blühten. Zahlreiche Meister werden mit der Epoche der Renaissance in Verbindung gebracht, etwa Giovanni di Paolo, Hieronymus Bosch, Maarten van Heemskerck oder Jean Duvet. Auch der deutschsprachige Raum hat Meisterwerke zu bieten, zunächst denkt man an Lucas Cranach und Albrecht Dürer, der zweimal Oberitalien bereist hat, dann auch an Hans Holbein, Matthias Gerung, Virgil Solis, Tobias Stimmer oder Matthäus Merian, die sich alle über Bibelillustrationen mit dem Himmlischen Jerusalem beschäftigt haben.

Die vorliegende Publikation stellt über 50 der schönsten Kunstwerke dieser Epoche vor, darunter Tafelmalereien, Wandfresken und Schmuckstücke, darunter:
-Codex Palatino (1413)
-Histoire extraite de la Bible (um 1415)
-Kapelle Santa Croce in Mondovi (um 1450)
-Tarotkarte (1452)
-Wandmalerei in Taivassalo (1470)
-Heilkundebuch (1474-1500)
-Hieronymus Bosch: Tischplatte (1480-1500)
-Cappella dei Santi Sebastiano e Michele, Celle di Macra (1484)
-Wandmalerei aus Sanderum (um 1500)
-Jerusalem-Anhänger (16. Jh.)
-Marienlitanei aus Cré-Sur-Loir (1531)
-Marienlitanei aus Ferté-Bernard (1533)
-Maarten van Heemskerck: Brede en smalle weg (1571)
-Katholische Vulgataausgabe (1573)
-Christus-Armkreuz (1576-1650)
-Rathausgemälde Lüneburg (1578)
-Epigramme (1580)
-Jean Cousin: Le Jugement dernier (um 1585)
-Quedlinburg: Schalldeckel der Kanzel (1595)
-Wandmalerei aus Santa Maria d’Arties (um 1598)
-Description mystique (1603)
-Zürcher Gedenkfenster (1647)
-Lutherbibel (1670)
-Johann Lund: Die jüdischen Heiligthümer (1701)

 

KIRCHENFENSTER UND GLASARBEITEN

ISBN 978-3-8482-5822-2

€ 12,99 /  kaufen

6

Farbige Arbeiten aus Glas zählen zu den schönsten Kunstwerken überhaupt, die das Himmlische Jerusalem zeigen. Das liegt wohl daran, dass die Künstler mit diesem Material mehr Möglichkeiten und Freiheiten besitzen als bei Stein- oder Textilarbeiten und natürlich an dem Licht, das Glaswerke in einer feierlichen Helligkeit präsentiert. Unzählige Kathedralen, Kirchen und Klöster besitzen Werke mit dem Himmlischen Jerusalem, vor allem in Deutschland, aber auch Frankreich und Großbritannien. Diese Sammlung möchte eine kleine Auswahl von besonders schönen oder wertvollen Arbeiten aus ganz Europa vorführen und würdigen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kunstwerken haben Glasfenster in Kirchen den Vorteil, dass sie meist öffentlich ohne viel Aufwand besichtigt werden können.
Aus der Spätantike ist keine Darstellung mit dem Thema Jerusalem in Glas überliefert. Mittelalterliche Darstellungen des Himmlischen Jerusalem in Glas waren nicht gerade häufig, so dass beispielsweise die Kathedrale zu York diesbezüglich einen besonderen Glücksfall darstellt. Im Zuge der Marienverehrung wuchs dann das Interesse an einer Jerusalemsdarstellung (als Himmelspforte, porta coeli, oder als Gottesstadt, civitas dei) ab dem 16. Jahrhundert merklich an. Eine überaus große Zahl von Künstlern hat schließlich im 20. Jahrhundert das Himmlische Jerusalem in Glas dargestellt, darunter Arbeiten von Heinz Borchers, Valentin Feuerstein, Gottfried Zawadzki, Hildegard Bienen, Robert Köck, Alain Makaraviez, Isabel Piczek, Pieter Wiegersma, Karl-Martin Hartmann, Adolf Saile, Anna-Dorothea Kunz-Saile, Eugen Keller, Maria Bilger-Biljan, James Powell, Johan Thomas Skovgaard, Rudolf Yelin, Elisabeth Coester, Albert Birkle, Albert Burkart, Renate Ivan, Chris Wallis, Tim Lewis, Ellen Kharade, Franz Bettingen – mit vielen dieser Künstler war ich in den letzten Jahrzehnten im Austausch, um etwas über die Herstellung und Intention ihrer Fenster zu erfahren.
Es gibt heute so gut wie keine Stadt, in der sich nicht doch ein Himmlisches Jerusalem in Glas finden lässt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bot die Apokalypse ein Interpretationsangebot für das eigene Leid, in ganz Europa entstanden zahlreiche Arbeiten. Kunst spiegelt eben stets die Zeitstimmung, und das Erfreuliche am Thema ist, dass das Neue Jerusalem ein überaus positiver, schöner und glücklicher Endpunkt ist, der keinerlei Schrecken, sondern Hoffnung und Zuversicht ausstrahlt. Tausende von Kirchenfenstern auf der ganzen Welt belegen dies.

 

JUGENDSTIL, SECESSION, ART NOUVEAU

ISBN 978-3-7322-4026-5

€ 12,99 / kaufen

7

Die Kunst der Zeit um 1900 war geprägt von Innovationen und Experimenten. Die Epoche, die Strömungen wie den Jugendstil, die Secession, Art deco und Art nouveau umfasst, hat einige der schönsten Kunstwerke mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem hervorgebracht, vor allem wohl auf dem Gebiet der Sakralkunst in Form von Kirchenfenstern, Fresken und Steinmetzarbeiten. Diese Arbeiten sind so gut wie nie in den großen Zentren des Jugendstils – also Brüssel, Wien, Prag oder Paris – entstanden, sondern abseits, oft in Kleinstädten oder auf dem Lande.
Nur eine geringe Zahl der Kunstwerke ist dokumentiert oder wissenschaftlich erfasst, und so war es notwendig, für dieses Arbeiten in weitaus größerem Umfang als sonst üblich nach Künstlern, Entstehungsgeschichte und Materialzustand zu recherchieren. Manche Fahrt bei Wind und Wetter zu entlegenen Kirchen und Kapellen ist mir in Erinnerung – ich hoffe, die Mühe hat sich gelohnt.
Heute aber wird der Jugendstil gefeiert: Jugendstilbauten sind gefragt, Fidusbilder erzielen Höchstpreise und viele Gemeinden erinnern sich wieder daran, wie schön ihre Kirchen einst einmal waren. Zum Glück haben sich überraschend viele Werke erhalten, unter denen die Malereien des Russen Nicholas Roerich, die Ausstattungen von Hermann Schaper (der die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin mit Mosaiken schmückte) oder die Fenster von Tiffany zu den besten Arbeiten des Jugendstil überhaupt zählen. Davon kann hier natürlich nur eine kleine Auswahl gebracht werden, die aber belegt, dass auch um 1900 das Himmlische Jerusalem ein, vielleicht sogar der zentrale Gegenstand der christlichen Ikonographie gewesen war.
Vorgestellte Werke u.a.:
-Kirchenfenster der Trinity Church, Boston (1884)
-Kloster Mehrerau in Bregenz (1887)
-Portal der Kirche St. Anna im Lehel, München (1892)
-Kirchenfenster von St Denis, Aswarby (1897)
-Onze Lieve Vrouwe Munsterkerk, Roermond (1899)
-Gemälde des Nicholas Roerich (Anfang 20. Jh.)
-Mosaik der Aachener Pfalzkapelle (1900-1902)
-Zeichnung von Charles Filiger (1903-1905)
-Marmorpforte des Mailänder Doms (1906)
-Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard in Eibingen (1907-1913)
-Stabkirche Hahnenklee (1908)
-Portal der Erlöserkirche Bad Homburg (1908)
-Wandmalerei St. Antoniuskirche in Regensburg (1924-1929)
-Ikone von Julia Nikolajewna Reitlinger (1929)

 

GEMACHT FÜR DIE EWIGKEIT: STEINWERKE

ISBN 978-3-7322-3101-0

€ 12,99 / kaufen

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Städte wie Jerusalem sind aus Stein erbaut, und damit liegt es nahe, auch Stein – meist Marmor, Basalt oder Sandstein – als das „authentische“ Material zu seiner künstlerischen Darstellung heranzuziehen. Da viele der Steinwerke recht großformatig geschaffen sind, so hat sich auch heute noch ein recht respektabler Zustand erhalten. Gerade für nicht Lesekundige waren die Gerichtsszenen an Portalen, die ja fast immer auch das Himmlische Jerusalem thematisierten, ein wichtiger Orientierungspunkt im religiösen Alltagsgeschehen, und so gehören die Bildhauerarbeiten der Portale von Autun, Bourges oder Paris zu den bekanntesten Jerusalem-Darstellungen überhaupt.
Während in Frankreich und auch in Skandinavien das Himmlische Jerusalem überaus oft am Tympanon und Kapitellen von Sakralbauten oder in Form von Taufsteinen zu finden ist, so ist Deutschland unbestritten der Ort der Jerusalem-Denkmale. Erwähnenswert sind hier der Kitzinger Stadtbrunnen, das Synagogendenkmal in Hildesheim oder die Jerusalemstele in Rodgau.
Ähnlich scheint es auch bei Grabsteinen zu sein. Grabmäler in Anlehnung an das Himmlische Jerusalem gab es zwar schon seit der Antike, wohl, weil damit ein „Ewigkeitswert“ gesichert schien, doch erst seit der letzten Jahrtausendwende wurde das Himmlische Jerusalem zum „Friedhofsrenner“. Ganze Steinmetzbetriebe in Deutschland haben sich dieser Mode verschrieben und bieten die Stadt im Ganzen oder Ausschnitte in Form der beliebten Himmelspforte an, so Gerhard Stickel in seinem Atelier in Nagold, die „Kurz Natursteine GmbH“ in Bensheim, Hanns-Christian Luibl in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Sebastian Langner in Wittlich/Hunsrück u.v.a.
Inhalt u.a.:
Taufbecken aus Redecilla del Camino (12. Jh.)
Tympanon von Autun (um 1120)
Taufbecken aus Sandhem (um 1140-1160)
Kapitell von Saint Austremoine (um 1160)
Basilika San Vicente (um 1175)
Kathedrale von Bourges (1195-1260)
Domkirche Ribe (1200-1250)
Ulmer Münster (um 1360)
Kaschauer Dom (um 1400)
Hauptportal des Berner Münsters (um 1485)
Ehrenmal des Sir Anthony Babington (1538)
Taufbecken aus dem Salzburger Land (1854)
Gewölbestein der Stadtkirche Freudenstadt von Hans Ludwig Pfeiffer (um 1950)
Keramikarbeiten von Max van der Linden (1965)
Kirchenumbau in Dresden von Friedrich Press (1970)
Altar von Cäcilia Scheffer (1982)
Nino Medici: Kerzenhalter aus Antognano (1986)
Lies Ebinger: Keramik (1987)
Sepp Hürten: Altar aus Marmagen (1997)
Enzo Pezzi: Jerusalemsdenkmal in Ravenna (2003)

 

FREIKIRCHEN, „SEKTEN“, DENOMINATIONEN

ISBN 978-3-7322-6325-7

€ 12,99 / kaufen

9

Freikirchen haben, was das Himmlische Jerusalem angeht, durchaus etwas anzubieten. An allererster Stelle müssen hier die Adventisten genannt werden. Knapp 300 Illustrationen ihres Neuen Jerusalems konnte ich bislang auffinden. Die Adventisten haben eine ganze Reihe eigener Künstler für ihre Illustrationen beauftragt, die bekanntesten sind Norman Brice, Harry Anderson, Joe Maniscalo, Clyde Norman Provonsha oder J. Peter Rennings.
Dieser Band hat einen weiteren Schwerpunkt: die weitaus meisten Arbeiten entstanden in den USA, aus dem einfachen Grund, weil es dort die meisten Freikirchen gibt. Gerade was Glasfenster angeht, sind in den Gotteshäusern der Baptisten, Adventisten oder anderer freien Gemeinden bemerkenswerte Arbeiten geschaffen worden, man denke an Künstler wie John Kebrle, Ron Wilson oder, in Deutschland, Renate Strasser.
Die unterschiedlichen Glasfenster, Buchillustrationen oder Gemälde dürfen natürlich nicht als „offizielle“ Verlautbarung von Freikirchen über ihr Jerusalems-Bild verstanden werden. Es sind vielmehr freie Ausdrucksformen von Künstlern und Künstlerinnen, die freilich oft in Rücksprache mit Ortsgemeinden entstanden sind, aber in erster Linie im Kontext von Herkunft und Intention ihres Verfassers zu verstehen sind. Und dennoch: erfreuen kann man sich jederzeit an diesen Arbeiten, selbst Atheisten sind dazu eingeladen!

U.a. werden ausführlich vorgestellt:
-Ev. Brüdergemeine: Herdenmotiv (ab 1742)
-Adventisten: Oscar Tait: „Herolde des Morgens“ (1899)
-Adventisten: L. Conradi: „Der Seher am Hofe Babels“ (1909)
-Adventisten: „On the Eve of Armageddon“ (1924)
-Adventisten: „Beacon Lights of Prophecy“ (1935)
-Adventisten: „Bedtime Stories“ (1950ff.)
-Adventisten: „Golden Treasury of Bible Stories“ (1954)
-Adventisten: Gus N. Emerson (1959)
-Pfingstkirche: Garland Eastham (um 1960)
-SELK: Zum Heiligen Kreuz, Berlin (1973)
-Methodisten: Spring Valley United Methodist Church, Dallas (1982)
-Methodisten: Methodist Church in Junction City (1984-85)
-Ev. Brüdergemeinde: Gerhard Messner (1990-1994)
-Adventisten: Lars Justinen: New Jerusalem (um 1998)
-Adventisten: Harry und John Knox (2000)
-Methodisten: Shari le Monnier (2000)
-Adventisten: Laverna Patterson: New Jerusalem (2001)
-Pfingstgemeinde: Irmgard Leisenberg, genannt „Irmela“ (2002)
-Baptisten: Sejar Bekirow (2003)
-Baptisten: Larry Wood (2005)
-Pfingstgemeinde: Marianne Neuburger (2008)

 

DER PIETISMUS

ISBN 978-3-7322-8342-2

€ 12,99 /  kaufen

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Pietismus und Kunst sind kein Widerspruch! Gerade das Motiv des Himmlischen Jerusalem spielte bei Pietisten eine zentrale Rolle. Pietistische Kunstarbeiten findet man vornehmlich in drei Bereichen: in Bibelausgaben (Christoph Weigel d. Ä., Berleburger Bibel oder der unbekannte Meister der Mortier-Bibel), an Kirchenemporen und auf Grabmälern, wo der letzte Ort des Verstorbenen natürlich eine besondere Rolle spielte. Auch theologische Schriften bedeutender, namhafter Pietisten wurden überaus gerne mit Abbildungen des Himmlischen Jerusalem versehen. Das gilt für Arbeiten von Johannes Beer, Heinrich Müller, Jakob Böhme, Johann Wilhelm Petersen, Philipp Balthasar Sinold von Schütz ebenso wie für Friedrich Christoph Oetinger. Erstaunlicherweise lässt sich in den Schriften der beiden bedeutendsten Pietisten , also Philipp Jakob Spener und August Hermann Francke, keine einzige Illustration des Neuen oder Himmlischen Jerusalem auffinden. Ganz anders ist es bei der Herrnhuter Brüdergemeine: Diese kleine Gemeinschaft besaß zeitweise ein hohes chiliastisches Potential und ihr Gründer, Graf Zinzendorf, konnte sich das Neue Jerusalem natürlich nur in der Gestalt der Brüdergemeine vorstellen. Ganz anders als etwa die Buttlarische Rotte oder die Ronsdorfer Zioniten kann man bei den Herrnhutern durchaus von einer pietistischen Bildkultur sprechen.

Ausführlich vorgestellt werden in diesem zehnten Jubiläumsband:
-Die Utopieschrift Christianopolis (1619)
-Kanzel aus Wolfenbüttel (1623)
-Johannes Beer: Gewinn und Verlust (1634)
-Heinrich Müller: Himmlischer Liebes-Kuß (1659)
-Hamburger Bilderbibel (1674)
-Jakob Böhme: De Signatura Rerum (1682)
-Epitaph aus Maulbronn (1683)
-Weigels Biblia Ectypa (1695)
-Mortier-Bibel (1700)
-Johann Wilhelm Petersen: Offene Thüre (1718)
-Friedrich Eberhard Collin: Gewaltiges Eindringen (1722)
-Sinold von Schütz: Die glückseeligste Insul (1723)
-Sammlung geistlicher und lieblicher Lieder (1725)
-Berleburger Bibel (1726)
-Epitaph aus Parchim (1727)
-Emporenbild aus Breitenholz (1747)
-David Hollaz: Gebahnte Pilger-Strasse (1748)
-Friedrich Christoph Oetinger: Dreyfache Sitten-Lehre (1753)
-Kirche zum Heiligen Kreuz in Weiler an der Zaber (1767)
-Meister aus Norrköping (1780)
-Bartholomäuskirche Uettingen (1783)
-Hinterglasmalereien aus Sandl (1850-1900)

 

TORSZENEN, HIMMELSPFORTEN, PORTA COELI

ISBN 978-3-7322-5064-6

€ 12,99 / kaufen

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„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ ist ein in Ostpreußen entstandenes Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert zu einem älteren Text von Georg Weissel (1590–1635). Kaum jemand macht sich bewusst, dass mit dem besungenen Tor der Eingang in das Himmlische Jerusalem gemeint ist. Als Torszenen, Himmelspforten, Porta Coeli (auch Ianua Coeli) oder Himmelstore ist dieses Architekturdetail in allen Materialien dargestellt worden: auf Miniaturen, Glas, Leinwand, in Stein, Holz, Elfenbein etc.

Einige Höhepunkte:

-Tympanon von Reims (um 1230)
-Das Weltgericht von Guido da Siena (um 1280)
-Wandmalerei aus Notre-Dame de l’Assomption, Rosenwiller (14. Jh.)
-Der Ritzinger Altar (um 1335)
-Wandmalerei aus Ehningen (1400-1450)
-Tympanon der Marienkapelle Würzburg (um 1420)
-Sisikoner Altar (um 1490)
-Paderborner Weltgericht (um 1520)
-Rostocker Uhrenschmuck (1641-1643)
-Christoph Thomas Scheffler: Ianua Coeli (1732)
-Fresko der Wieskirche (um 1754)
-Chorgestühl aus Guadalupe (1756)
-Glasfenster der Zionskirche aus North Kokomo (um 1870)
-Hagenauer Flügelaltar (um 1890)
-Friedhofskapelle Mooskamp (1995)
-Propsteikirche St. Augustinus Gelsenkirchen (2000)

 

LITURGICA UND KIRCHENSCHMUCK

ISBN 978-3-7357-3654-3

€ 12,99 / kaufen

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Liturgische Gegenstände und schmückendes Dekor gab es schon in den ersten Kirchenbauten der Spätantike. So stammt der älteste erhaltene Gegenstand mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem bereits aus dem frühen 5. Jahrhundert; es ist die berühmte Kapsel von Brivio. Ein anderes Beispiel dafür sind die zahlreichen Weihrauchfässer, denen man gerne die Form einer Kirche oder Stadt gegeben hat. Bis heute gibt es Kunstarbeiten, die das Himmlische Jerusalem schmückend in Sakralräumen zur Darstellung bringen: Flügeltüren, Taufschalen, Triumph- und Zeremonialkreuze, Prozessionsschilde, Jerusalems-Stelen und anderes mehr.

Einige Höhepunkte:

Gozbertus-Rauchfass (um 1100)
Verduner Altar (1181)
Kanzelrelief von St. Jozef in Ubach over Worms (1845)
Ewald Mataré: Kölner Domtür (1953)
Harry McLean: Taufstein aus Ludwigshafen (um 1957)
Resl Schröder-Lechner/Heinrich Schröder: Triumphkreuz (1958)
Fritz Fleer: Portal der Katharinenkirche Hamburg (1963)
Maurice Calka: Kirche Saint-Jean-l’Evangéliste (1964)
Sepp Hürten: Portalrelief Mödrath (1964)
Ernst Yelin: Schwenningen (1964)
Kurt Wolf von Borries: Friedhofstür Stommeln (1967)
Hildegard Bienen: Triumphkreuz aus Gelsenkirchen (1968)
Heinz Heiber: Kanzel in Vehrte (1970)
Paul Brandenburg: Kircheportal Lobberich (1976)
Paul Ohnsorge: Relief in St. Richard, Berlin (1976)
Thomas Resetarits: Bronze-Tür am Dom zu Eisenstadt (1985)
Karl-Heinz Klein: Bronzeschmuck (um 1990)
Max Walter: Schmuck-Jerusalem aus Marktheidenfeld (1992)
Elen Kämper: Altarrelief Stutensee-Büchig (um 1995)
Ulrich Henn: St. James Cathedral, Supraporte (1999)
Ennio Tesei: Portalgestaltung von Maria S.S. Annunziata in Partinico (2000)
Waltraud Bialonski: Taufschale Oestrich-Winkel (2010)

 

KUNSTWERKE IN TEXTIL

ISBN 978-3-7357-3978-0

€ 12,99 / kaufen

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Arbeiten aus Textilien sind filigran und haben eine begrenzte Lebensdauer. Am ältesten und vielleicht auch bekanntesten ist die berühmte Apokalypse von Angers aus dem späten 14. Jahrhundert. Eine Besonderheit, die wohl im Mittelalter ihren Ursprung hat und vornehmlich in Österreich beliebt ist, sind sogenannte „Fastentücher“ (auch Hungertücher). Diese verhüllen während der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Karsamstag den Altar. Seit dem berühmten Fastentuch aus dem Dom zu Gurk ist immer wieder auch das Himmlische Jerusalem auf diesen Tüchern dargestellt worden.
Vor allem mit Paramenten wurde ab den 1950er Jahren das Motiv wieder aufgegriffen. Überhaupt ist das Himmlische Jerusalem in Textil eng mit der Liturgie verknüpft. Neben Paramenten spielen hier Messgewänder (Kasel genannt) in katholischen Gemeinden eine besondere Rolle. Hervorstechende Meisterwerke gibt es in großen Domgemeinden ebenso wie bei privaten Trauerbegleitern.
Schließlich gibt es eine ganze Reihe moderner Wandteppiche, mit denen man die kargen Zweckbauten der 1960er und 1970er Jahre etwas wärmer und menschlicher ausgestalten wollte; Beispiele wäre hier St. Walburga in Porta Westfalica, das Kirchengemeindehaus in Muri (Schweiz) oder die Pfarrei Liebfrauen in Oberursel. Daneben gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, wie das Himmlische Jerusalem im 20. Jahrhundert in Textil dargestellt wurde: auf Batiken, Gobelins, Quilts und, besonders in den USA, auf Flaggen und Jerusalems-Bannern.

Gewürdigt werden u.a. folgende künstlerische Meisterarbeiten:
Fastentuch Gurk (1458)
Brüsseler Wandteppich (um 1550)
Stickmustertücher (17. Jh.)
Antependium aus Essen (um 1958)
Wandteppiche der Berliner Hedwigskathedrale (1963)
Wandbehang Grete Badenheuer (1970-75)
Wandteppich aus der Zürcher Helferei (1976)
Gobelin von Ernst Steiner (1979/80)
Batik von Andreas Schwendener (1979)
Thetis Blacker: Batik (1982)
Christel Holl: Batik (1985)
Brigitte Mohn: Quilt (1986)
Helga Hein-Guardian: Altarbild Gießen (1990)
Villacher Fastentuch (1993-1995)
Naja Salto: Det ny Jerusalem (1994)
Wandteppich Raimund Adametz (1996)
Elke Hirschler: Die Entscheidung des Menschen (1998)
Antependium Kloster Drübeck (1998)
Verdener Antependium (2007)
Fresacher Fastentuch (2009)

 

MARIA IMMACULATA: DAS KATHOLISCHE HIMMLISCHE JERUSALEM

ISBN 978-3-7357-5826-2

€ 12,99 / kaufen

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Unmittelbar an der Schwelle zur Reformation erreichte die spätmittelalterliche Marienfrömmigkeit einen neuen Höhepunkt: Maria genoss als ranghöchste weibliche Heilige und Mutter Gottes eine ganz besondere Verehrung. Das späte Mittelalter brachte einen eigenen Bildtypus hervor: Maria Immaculata, also Maria zur Unbefleckten Empfängnis. Das Himmlische Jerusalem kann innerhalb solcher Darstellungen zweifach erscheinen: Als Himmelspforte bzw. Himmelstür (Porta Celi/Porta Coelis) und als Civitas Dei (Gottesstadt), da Maria nach katholischer Auffassung die erste Schutzpatronin der Gottesstadt war.
Vor allem im lateinamerikanischen Bereich und in überwiegend katholischen Ländern wie Frankreich oder Italien, erfreute sich die Darstellung der Maria Immaculata größter Beliebtheit: man findet sie auf Glasfenstern, als Wandmalerei, auf Ölgemälden oder sogar in Holz geschnitzt. Bedeutende Maler haben sich dieses Themas angenommen, die hier präsentiert werden:

Tobias Stimmer (1539-1584)
Bernardo Bitti (1548-1610)
Pantoja de la Cruz (1553-1608)
Hieronymus Wierix (1553-1619)
Francisco Pacheco (1564-1644)
Alonso Vázquez (1565 – um 1608)
Seguidor de Angelino Medoro (1567-1633)
Giuseppe Cesari d’Arpino (um 1568-1640)
Giraldo de Merlo (1574-1620)
Francisco de Herrera el Viejo (um 1576-1656)
Vicente Carducho (geb. 1576 oder 1578)
Alonso López (um 1580-1675)
Raphael de Mey (um 1580 bis ca. 1616)
Baltasar Echave Ibia (1584-1660)
Jusepe de Ribera (1591-1652)
Luis de Riano (geb. 1596)
Rizi de Guevara (1608-1685)
Ignacio de Ries (um 1612 – um 1661)
Diego Quispe Tito (1611-1681)
Bartolomé Esteban Murillo (1618-1682)
Valdés Leal (1622-1690)
Melchior Küsell (1622-1683)
Miguel Gamborino (1760-1828)
Claudius Lavergne (1815-1887)

 

KURIOSITÄTEN, RARITÄTEN, ABSONDERLICHKEITEN

ISBN 978-3-7357-2342-0

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Kuriositäten und Besonderheiten hat es auch bei dem Thema „Himmlisches Jerusalem“ gegeben. Es sind weniger Arbeiten großer Künstler, sondern mehr oder weniger bescheidene Werke, die bislang recht selten einmal eine besondere Würdigung erfahren haben. Die Kunstgeschichte und die Kunstwissenschaft hat eigentlich alle hier besprochene Kunstwerke hartnäckig ignoriert und als „wertlos“ beiseite geschoben. Zu Unrecht! Ein Qualitätsurteil ist immer auch ein Geschmacksurteil, und viele der hier vorgestellten Werke haben es durchaus verdient, beachtet zu werden. Häufig waren es gerade Massenprodukte, die stark in das Alltagsleben hineinwirkten und für viele Menschen das Bild vom Himmlischen Jerusalem prägten. Da wären vor allem die niederländischen und norddeutschen Bibelfliesen: über Jahrhunderte wärmten sich viele Menschen im Winter am Küchenofen und betrachteten dabei – bewusst oder unbewusst – auch das Neue Jerusalem. Ebenso weit verbreitet sind und waren Schmuckstücke mit diesem Motiv. Ein hervorstechendes Beispiel ist hier Marianna Paranskys Jerusalemsschmuck aus dem Jahre 2002 oder das Schmuckdekor „Nový Jeruzalém“ von Josef Salaba (2010).
Dass auch im kirchlichen Bereich einmal das Himmlische Jerusalem in ungewöhnlicher Art und Weise thematisiert werden konnte, zeigen Beispiele von Hildegard Bienen (1925-1990), der Felicitas-Schrein (1960) von Elmar Hillebrand (geb. 1925) oder die Regensburger Glaswand (1995) des Londoner Künstlers Graham Jones. Neuerdings hat sich sogar ein italienischer Bischof, Carlo Roberto Maria Redaelli, das Himmlische Jerusalem zu seinem Wappen gewählt.
Richtig bekannt sind die wenigsten hier vorgestellten Arbeiten. Zwei Ausnahmen jedoch sollte man kennen: da gibt es zunächst gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Zeichnungen des Neuen Jerusalem von Henry Dunant, der als Gründer des Roten Kreuzes weltweit bekannt ist. Und 2012 thematisierte Danny Boyle anlässlich der Londoner Olympia-Eröffnungsgala die Gottesstadt in einer theatralischen Inszenierung für ein Millionenpublikum.
Andere Arbeiten haben ihren Reiz wiederum in ihrer zeitlichen Vergänglichkeit. Dazu zählen alle Himmlische Jerusalem-Werke aus Sand, alle essbaren Jerusalemstorten oder Jerusalemsgebäcke, und schließlich auch die Jerusalems-Adventskränze, die in den letzten zehn Jahren viele Kirchen und Gemeindehäuser schmückten.

 

KIRCHENFENSTER UND GLASARBEITEN (TEIL 2)

ISBN 978-3-7357-8490-2

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In diesem Band von Kirchenfenstern und Glasarbeiten mit dem Himmlischen Jerusalem sind viele Neuentdeckungen enthalten. Schwerpunktmäßig sind es Werke aus Deutschland, England, Italien und den USA, von Beginn der Frühen Neuzeit bis in unsere Zeit.
Unter anderem werden Fenster folgender Künstler ausführlich gewürdigt:
Jozef Desmet (geb. 1875), Karl Parsons (1884-1934), Herbert Hendrie (1887-1946), Albert Birkle (1900-1986), Hugh Easton (1906-1965), Christopher Webb (1886-1966), Valentin Feuerstein (1917-1999), Rudolf Yelin (1902-1991), Marius de Leeuw (1915-2000), Wolf Dieter Kohler (1928-1985), Buja Bingemer (1927-1989), Theo M. Landmann (1903-1978), Robert Wehrlin (1903-1964), Anton Wendling (1891-1965), Otto Habel (1922-1996), Berend Hendriks (1918-1997), Walther Benner (1912-2005), Franz Pauli (1927-1970), Ehrentrud Trost (1923-2004), Max Lacher (1905-1988), Christof Grüger (geb. 1926), Jakob Schwarzkopf (1926-2001), Erhart Mitzlaff (1916-1991), Heinz Hindorf (1909-1990), Max von Mühlenen (1903-1971), Paul Weigmann (1923-2009), Will Horsten (1920-1979), Ida Köhne (1907-2005), Wolf-Dieter Kohler (1928-1985), Reinhold Fürst (1928-2004), Domenico Sguaitamatti, Fiorenzo Maria Gobbo, Leifur Breidfjörd, Frans Griesenbrock, Theo Imboden, Ann Therese Kelly, Doug Bayer u.v.a.

 

WANDMALEREIEN

ISBN 978-3-7347-3091-7

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Wandgemälde haben in der christlichen Kunst eine weit zurückreichende Tradition. Schon die ersten Christen in Italien oder Syrien schmückten ihre unterirdischen Versammlungsstätten mit farbigen Ausmalungen. Im Mittelalter waren weiße, ungeschmückte Kirchenbauten eigentlich unbekannt. Noch die kleinste Kapelle war bunt ausgemalt. Ein häufig vorkommendes Motiv, das gerne für die Apsis im Chorbereich gewählt wurde, war das Weltgericht mit Christus in der Mitte, der Hölle links von seiner Seite und rechts dem Himmlischen Jerusalem mit Petrus und den Erlösten. Man findet Beispiele im ganzen Abendland, in Deutschland etwa in der Sigwardskirche Idensen, in der evangelische Kirche von Bellin, in St. Johannes der Täufer in Bad Zwischenahn, in der St. Reinoldi-Kapelle bei Rupelrath und in St. Peter in Ketten in Montabaur.
Nach der Reformation finden sich bedeutende Malereien des Neuen Jerusalem nicht länger in Nord-, sondern vor allem in Südeuropa. Herausragende Arbeiten schuf Benvenuto Tisi Garofalo, Carlo Nuvolone oder Taddeo Zuccari. Im Zuge der Gegenreformation wurde das Himmlische Jerusalem dann gerne als Himmelspforte, als Porta Coeli, dargestellt. Auch nach 1945 wurde das Motiv in Folge des Wiederaufbaus gerne dargestellt, nun aber in einer gänzlich durch die Moderne revolutionierten Formensprache: expressionistisch im Diakonissenmutterhaus in Hannover, postmodern im St. Kastor zu Koblenz oder neoorthodox in S. Maria Goretti in Fano.

Arbeiten aus ganz Europa werden ausführlich vorgestellt, unter anderem:

Giovanni und Stefano Niccolò: Lämmerfries in Sant’Elia (um 1020)
Abteikirche Saint-Chef (um 1050)
Sigwardskirche in Idensen (um 1130)
Stiftskirche Notre-Dame-la-Grande in Poitiers (um 1210)
Pietro Cavallini: Santa Maria Donna Regina, Neapel (1307-1320)
St. Andreas-Kirche Riede (1350-1370)
Domkirche St. Marien zu Haderslev (um 1450)
Gertrudenkapelle Oldenburg (1481)
St Mary the Virgin in Bacton (um 1487)
Wehrkirche Saint-Martin in Sillegny (um 1490)
Sint Genoveva in Zepperen (1509)
Benvenuto Tisi Garofalo: Allegorie der Testamente (1523)
Kaspar Meglinger: Unser Lieben Frau von Hergiswald (1654)
Melchior Steindl: „Maria, Zuflucht der Sünder“ in Altenmarkt (um 1720)
Johann Pfunner: St. Alexius in Herbolzheim (1754)
Erich Horndasch: Wandgemälde in Landsberg (1952)
Günther Danco: Neuburg (1964)
Edvard Jensen: Ungdomsbyens in Rødovre (2002)

 

 

NEUES JERUSALEM IN ÖSTERREICH, DER SCHWEIZ UND DER ALPENREGION. EIN KUNSTREISEFÜHRER.

ISBN 978-3-7347-3507-3

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Die Alpenregion war immer ein Gebiet, welches von verschiedenen Richtungen künstlerisch beeinflusst wurde: von Frankreich gelangte die Gotik über die Alpen nach Italien, von dort zog die Renaissance siegreich nach Norden, und mit Wien besitzt Österreich eines der Zentren von Jugendstil und aufkommender Moderne. Zusätzlich war und ist die sakrale Kunst bis heute im Alpenraum stark vertreten; jeder noch so kleine Ort und viele entlegene Täler besitzen Kapellen mit hochwertiger künstlerischer Ausstattung.
Vor allem mittelalterliche Wandmalereien höchster Qualität haben sich bis heute erhalten, man denke nur an den Dom zu Gurk, St. Georgen in Judenburg, den Dom zu Wiener Neustadt oder St. Andrä in Thörl-Maglern. Einer der großen spätmittelalterlichen Meister stammt übrigens aus Österreich: der „Meister von Schöder“, der das Himmlische Jerusalem mehrmals dargestellt hat. Das bekannteste Meisterwerk aus dem Alpengebiet ist freilich die Illustration der sogenannten „Zwinglibibel“. Von Zürich aus wurde das Himmlische Jerusalem von Hans Holbein in der ganzen Welt bekannt; es gibt zahlreiche Varianten und Kopien. Der zweite große schweizerische Künstler ist Tobias Stimmer, dessen Kupferstiche zum Himmlischen Jerusalem zu den besten Arbeiten überhaupt zählen.
Immer wieder haben italienische Meister den Alpenraum beeinflusst, davon zeugen Giovanni Canavesio, Carlo Nuvolone und Antonio Nuvolone. Umgekehrt waren viele schweizerische und österreichische Künstler für Monate und Jahre in Italien, wie Urban Görtschacher oder der bereits genannte Stimmer,
Im 20. Jahrhundert waren es vor allem Glasfenster, die das Jerusalemmotiv bekannt machten. Zu nennen sind hier Künstler wie Oswin Amann, Albert Birkle, Robert Wehrlin, Max Hunziker, Heinrich Bruppacher, Florian Froehlich, Carl Unger, Renate Ivan oder Walter Loosli. Doch auch alpenländische Maler haben im 20. Jahrhundert das Motiv gerne aufgenommen und, zum großen Teil in Kirchen und Kapellen, Beiträge geliefert: Johannes Hugentobler, Maria Hafenscheer, Jakob Häne, Ferdinand Gehr, Harold Reitterer, Regula Johanna Johanni, Peter Deibler, Serge Mercerat, Arthur Volken, Rudolf Anton, Jutta Katharina Kiechl, Johanna Bair und Ingrid Stern sind nur eine Auswahl der Besten, die hier ausführlich präsentiert werden.

 

 

ZEICHNUNGEN

ISBN 978-3-7347-0830-5

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Die Zeichnung ist eine schnelle, meist weniger kostenintensive Möglichkeit, Skizzen, Ideen oder Projektionen auf Papier oder andere Träger zu bringen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Medium, das leichter verloren geht: aus der Spätantike oder dem Mittelalter haben sich kaum Einzelblätter mit Handzeichnungen erhalten. Frühe Arbeiten von Gérard de Jode, Jan Snellinck und Jan Luyken belegen, dass die Niederlande und Flandern in der Frühen Neuzeit ein bestimmendes Zentrum der Grafik gewesen waren. Zahlreiche Zeichnungen haben sich durch den Buchdruck erhalten, wohingegen das handgefertigte originale Einzelblatt meist für immer verloren ist. Leider sind bis in das zwanzigste Jahrhundert die Illustratoren in Druckwerken nicht immer namentlich genannt, so dass wir nicht sicher wissen, wer die hervorragenden Zeichnungen zu „Das himmlische Jerusalem: Das Leben der Seligen im Himmel“ (1880), „The beautiful story“ (1888), „The City that Lieth Four-Square“ (1906), Joseph Hahns „O Ewigkeit, du Donnerwort!“ (um 1920), „The Great Questions of Life“ (um 1980) angefertigt haben. Bei modernen Bibelausgaben, Gesangbüchern u.ä. sind die Künstler hingegen bekannt: Paula Jordan, Peter Dennis, Bob Miller, Reinhard Herrmann oder Richard Seewald sind Persönlichkeiten, die mit ihren Interpretationen des Neuen Jerusalem Maßstäbe gesetzt haben. Gleichzeitig sind es Arbeiten, die unzählige Menschen immer wieder vor Augen hatten und die das kollektive Bild der göttlichen Stadt geprägt haben.
Anders ist es bei einzelnen Zeichenblättern, die meist signiert sind, aber erst seit dem Internet dem Massenpublikum zugänglich wurden. Namhafte und international anerkannte Künstler haben das Neue Jerusalem gezeichnet, darunter Odilon Redon und Paul Louis Couchoud aus Frankreich, Rudolf Koch und Gebhard Fugel aus Deutschland, Hendrik Wiegersma aus den Niederlanden, Édouard Goerg aus Australien, Annie Vallotton aus der Schweiz, Szabo Béla und Marcel Chirnoaga aus Rumänien, Václav Boštík aus Tschechien, David Yohanan aus Israel oder Sabina Saad aus Italien.
Dann freilich gibt es immer auch Arbeiten von Hobbykünstlern und Autodidakten: Die Nonne Winfrieda Schmied, der Aquarist Jean-Marc Nivelle, die Yogalehrerin Willeke Hendrikx, die Visionärin Wil Laponder und viele andere. Eine eigene Gruppe sind Pastoren, Mönche und Priester, die zum Zeichenstift greifen, um sich oder ihrer Gemeinde das Neue Jerusalem zu visualisieren: Friedrich Greiner, Jean-Baptiste Fady oder Francisco Cervantes.

 

 

DAS HIMMLISCHE JERUSALEM BEI ADVENTISTEN

ISBN 978-3-7347-0495-6

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Wie sieht ein „typisches“ Neues Jerusalem aus Sicht der Adventisten aus? Die Stadt erscheint meist im Hintergrund einer paradiesischen Landschaft. Sie ist so gut wie nie am biblischen Text orientiert, d.h. kaum einmal in Quadratform, sehr selten in Verbindung mit dem Lebensbaum oder Lebensfluss. Hervorgehoben ist meist ein zentrales Haupttor. Oft schwebt die Stadt auf Wolken, fast immer ist sie von einem Strahlenkranz umgeben, später meist von einem Regenbogen. Bewohner – seien es Engel, Menschen, biblische Gestalten oder Christus – fehlen bis 1940 fast völlig. Dafür wurden gerne Tiere vor die Stadt gesetzt, fast immer Löwe und Lamm, in Anlehnung an den Propheten Jesaja.
Die Darstellungen sind überwiegend figürlich, einfach, im besten Sinne populär gehalten und nicht mit theologischen Interpretationen überfrachtet. Die einfache bis naive Darstellungsweise war der Grund, weshalb diese Bilder so überaus erfolgreich waren. Früher waren sie nur Adventisten bekannt, seit dem Internet sind sie Teil des Erbes aller christlichen Religionsgemeinschaften.
In der Zeit zwischen 1880 bis etwa 1970 haben eine Vielzahl adventistischer Autoren ihre Werke mit Illustrationen des Neuen Jerusalem ausgestattet, oftmals bereits auf dem Buchcover. Verwiesen sei auf Ellet Joseph Waggoner (1855-1916), Uriah Smith, Sands Harvey Lane, James Edson White (1849-1928), Carlyle B. Haynes (1882-1958), Raymond F. Cottrell (1911-2003) oder Arthur S. Maxwell (1896-1970). Überraschend viele Illustratoren waren daran beteiligt; bis 1940 vor allem Charles Mente (1857-1933), Clyde Norman Provonsha, Calvin P. Bollman, J. Peter Rennings, Dr. J. F. Gernhardt („Minister of Divinity“), T. Reusen, Franklin Booth (1874-1948), Norman Brice (geb. 1899), K. T. Martin, ab 1940 Arlo Greer, Robert Temple Ayres (1913-2012), William Henry Branson (1887-1961), Harold Munson (geb. 1920), Joe Maniscalco (1925-2006), Harry Anderson (1906-1996), Don Stewart, Terry Crews (geb. 1950). Deren Arbeiten werden hier eingehend vorgestellt und gewürdigt.

 

GEMÄLDE

ISBN 978-3-7347-4638-3

€ 12,99 / kaufen

 

Band 21

In Öl sind einige der wertvollsten und besten Malereien zum Thema „Neues Jerusalem“ entstanden. Das Material und die Ausführung waren einst im Mittelalter teuer, daher haben sich damals nur talentierte Meister mit dieser Kunst beschäftigen können. Es sind klangvolle Namen europäischer Künstler darunter: Pacino di Bonaguida, Cenni di Francesco, Stefan Lochner, Rogier van der Weyden, Hans Memling, Biagio d’Antonio, Jan Provoost oder Jean Bellegambe. Eine mittelalterliche Besonderheit waren die großformatigen Gerichtstafeln: mit Bildern der Hölle und des Himmels sollten die Richter, die Angeklagten und die Kläger zu verantwortlichem Handeln ermahnt werden; ein Beispiel dafür ist die Weltgerichtstafel aus der belgischen Gemeinde zu Diest.
In der Frühen Neuzeit war das Himmlische Jerusalem auf Ölgemälden vor allem bei Darstellungen der Maria Immaculata ein Thema, in Form der Civitas Dei oder als Himmelspforte. Auch hier können wieder Arbeiten bekannter Maler präsentiert werden, die meist aus dem hispanischen Raum stammen: Francisco de Morales, Nicolás Borrás, Francesco Vanni, Andrea Bordone, Baltasar Echave Ibia, Maestro de San Ildefonso, Luis de la Vega Lagarto oder Juan de Miranda.
Im 20. Jahrhundert wurden dann Arbeiten in Öl, Aquarell oder Acryl geschaffen, und zwar von international anerkannten und erfolgreichen Künstlern. Überzeugende Arbeiten von Personen aus ganz unterschiedlichen Ländern werden hier ausführlich gewürdigt: Marc Eliany aus Marokko, Josef de Ponte aus Ungarn, Bert Bouman aus den Niederlanden, Mauro Bigluce und Nicola Figlia aus Italien, Kim C. Massey aus Korea, Lourdes de Deus aus Brasilien, Horacio Vodovotz aus Argentinien, Caillaud d’Angers und Anne Poupard aus Frankreich, Peter Clare aus England, Lucy D’Souza-Krone aus Indien, Jean David aus Israel, Aibek Begalin aus Kasachstan, Matej Metlikovič aus Slowenien, Lode Keustermans aus Belgien oder Zahi Issa aus Syrien. In Deutschland sind es vor allem Nikolaus Bette, Ernst Strom, Otto Herbert Hajek und Sieger Köder.

 

 

DAS ZWEIWEGEBILD

ISBN 978-3-7347-4676-5

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22

Der Mensch muss sich entscheiden zwischen dem Guten oder Bösen – das ist die Grundidee des Zweiwegebildes. Dieser Bildtypus hat einen klaren Aufbau: im unteren Bildbereich ist die Welt dargestellt: viele Menschen vergnügen sich, nur einige versuchen, ein frommes Leben zu führen. Auf ihrem Lebensweg enden die Vergnügungssüchtigen, die Sünder und Nicht-Christen geradewegs in der Hölle. Die Frommen und Heiligen hingegen erreichen nach einem mühsamen Aufstieg das Neue Jerusalem, das fast immer im oberen Bildbereich als Stadtsilhouette mit Mauer, Toren und einem Haupteingang leicht zu erkennen ist.
Das Motiv des Zweiwegebildes ist vermutlich so alt wie die Menschheit, schon die Antike kannte „Herakles am Scheideweg“ zwischen Laster und Tugend. Selbstverständlich hat er den Tugendpfad gewählt und wurde mit Unsterblichkeit belohnt. Im Mittelalter kommen dann die ersten christlichen Zweiwege-Darstellungen auf, beispielsweise in der Apokalypse von Toulouse (1220-1270). Richtig populär wurde das Motiv aber erst in der Frühen Neuzeit, vor allem in den Niederlanden, wo Grafiker wie Gillis Mostaert, Maarten van Heemskerck, Hieronymus Wierix, Ludovicus van Leuven, Theodoor Rombouts, Christiansz Micker, Cornelis Huyberts, Cornelis van Noorde hochwertige Malereien und Kupferstiche vorlegten. Eine weitere Konjunktur lässt sich im späten Pietismus festmachen, als Charlotte Reihlen 1867 mit ihrer Fassung „Der breite und schmale Weg“ eines der erfolgreichsten religiösen Bildmotive des 19. Jahrhunderts erfand. Schlagartig wurden massenweise Lithographien auf den Markt gebracht, die das Motiv als „Breiter und schmaler Weg“ in protestantische Haushalte brachten. Führend waren hierbei die Neuruppiner Bilderbögen, von denen eine ganze Reihe von Zweiwegbildern bekannt sind. Die Künstler dieser Massenwaren sind, bis auf wenige Ausnahmen (Johann Heinrich Renz, Jean Frédéric Wentzel, Johann Evangelist Ling oder Johann Heinrich Fischer), kaum bekannt.

 

 

DAS NEUE JERUSALEM IN SKANDINAVIEN

ISBN 978-3-7347-5492-0

€ 12,99 / kaufen

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Länder wie Schweden, Norwegen oder Dänemark besitzen ein reiches kulturelles Erbe. In vielen Kirchen wurde hier bereits das Himmlische Jerusalem dargestellt, als andere Teile Europas noch nicht einmal christianisiert waren. Eines der frühesten Beispiele hat sich in der Dorfkirche von Råsted (um 1125) erhalten. Die Kirchen von Tömmerup, Vadum, Fulltofta, Fjälkinge, Mästerby, Maglehem, Bringstrup, Mørkøv, Hjembaek, Kageröd, Hästveda, Äspö, Kongsted, Hyllested, Hjärsås, Tandslet, Vinderslev oder Brøns besitzen alle Wandmalereien, die das Himmlische Jerusalem präsentieren. In einigen Fällen sind sogar die Maler bekannt, es sind der Everlövsmästaren, Johannes Iwan, Elmelunde-Meister, Peder Lykt und Albertus Pictor, einer der aktivsten mittelalterlichen Kirchenmaler überhaupt. Da der gesamte nordische Raum über die Hanse verbunden war, Deutsch im Spätmittelalter die erste Handelssprache war, und da Teile von Norddeutschland unter dänischem oder schwedischen Einfluss standen, lassen sich bezüglich der Kunst viele Beziehungen zwischen Deutschland und Skandinavien feststellen; die Kapelle zu Loxstedt, die Saalkirche zu Sudwalde oder die Kirche in Oerel sind Beispiele für solche Wechselwirkungen.
Im Gegensatz zu Frankreich oder Italien haben sich in Skandinavien wohl deshalb so viele Wandmalereien erhalten, da diese nach der Reformation meist über Jahrhunderte hinweg übertüncht konserviert waren, und erst in jüngerer Zeit freigelegt wurden. Mit der Reformation verschwindet allerdings auch das Neue Jerusalem aus Skandinavien, bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Dann jedoch nahmen sich Glasmaler (Ralph Bergholtz, José Samson, Mogens Jørgensen, Pär Andersson, Veslemøy Nystedt Stoltenberg), Textilkünstler (Lilleba Kapelrud), Grafiker (Niels L. Stevns, Esben Hanefelt Kristensen) dieses Themas an. Unter den Grafikern ist vor allem Kjell Pahr-Iversen aus Stavanger einer der Künstler, der sich intensiv und mehrfach mit dem Neuen Jerusalem auseinandergesetzt hat. Nach seiner Ausbildung an der Kunsthochschule Bergen und der Kopenhagener Kunstakademie fertigte er fast zehn Malereien an, die Jerusalem in moderner Form interpretieren.

 

„THE PILGRIM’S PROGRESS“ VON JOHN BUNYAN

ISBN 978-3-7347-6473-8

€ 12,99 / kaufen

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John Bunyan (1628-1688) war ein englischer Baptistenprediger und Schriftsteller. Heute noch ist seine Erfolgsschrift „The Pilgrim’s Progress“ bekannt. Das Werk, ein Erbauungs- und Reiseroman, gehört zur Weltliteratur und wird immer wieder neu aufgelegt.
Wie war das Buch entstanden? Da Bunyan sich als Baptist nicht der anglikanischen Staatskirche unterstellte, wurde er 1660 während eines Gottesdienstes verhaftet und musste die nächsten zwölf Jahre im Gefängnis verbringen. Dort verfasste mehrere literarische Werke. Der Bischof von Lincoln entließ ihn 1672 aus der Haft, doch 1675 wurde Bunyan wegen Missachtung eines Predigtverbots erneut für Monate inhaftiert. Während seiner zweiten Haft verfasste er vermutlich einen großen Teil von „The Pilgrim’s Progress from This World to That Which Is to Come“, einer allegorischen Darstellung des christlichen Glaubenswegs: Christ (Christian), der Held der Erzählung, ist ganz in Sünde verstrickt, erfährt aber aus einem Buch (der Bibel), dass es einen Ausweg in das Neue Jerusalem gebe. Sogleich macht er sich auf den Weg, doch bis er die Stadt erreicht, ist es eine lange Reise.
Vom 17. Jahrhundert bis heute wurde das Werk immer wieder gerne bebildert. Die Erstausgabe von 1678 zeigt im Hintergrund eine bescheidene Himmelspforte, und so wurde die göttliche Stadt über Jahrhunderte hinweg in Pilgrim’s Progress gezeigt. Ab 1688 gibt es dann auch Ausgaben, die die Stadt im Hintergrund durch eine kleine Reihe von Wohnbauten andeuten. 1778 erschien eine Ausgabe mit einer zu dieser Zeit beliebten „utopischen Landkarte“, die erstmals kolorierte Bilder bringt. Weiterhin ist Jerusalem lediglich durch eine Pforte markiert, die zudem noch geschlossen ist. Erst ein Ölgemälde von Henry Dawson zeigt 1854 Jerusalem als prächtige Stadt. Seitdem präsentieren auch andere Ausgaben von Pilgrim’s Progress ein prächtigeres, ausgeschmückteres Jerusalem, wie etwa Illustrationen von James Charles Armytage, Frederick Barnard, Frederick Rhead, Marion Miller oder Edward Ardizzone.
Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert wurde Pilgrim’s Progress plötzlich zum Jugendbuch. Sogar ein Brettspiel „The New Pilgrim’s Progress“ kam in den USA auf den Markt. Im Viktorianismus entstanden immer neue Prachtausgaben, ein Höhepunkt war die Edition von 1906 mit Farbillustrationen von Byam Shaw.

 

JERUSALEMS-LEUCHTER, JERUSALEMS-KERZEN UND ADVENTSKRÄNZE

ISBN 978-3-7347-6605-3

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25

Radleuchter waren besonders gut zur Visualisierung des Himmlischen Jerusalem geeignet: Der duftende Geruch von Bienenwachs und das helle Strahlen der vielen Kerzen dürften auf die Kirchenbesucher einen starken Eindruck gemacht haben. Hinzu kam, dass die geschwärzten Tragestangen und Ketten vom Kirchenschiff aus kaum zu erkennen waren, was den Eindruck des Schwebens der angedeuteten Gottesstadt noch verstärkte. Das wohl eindrucksvollste Beispiel von Gegenständen, die das Himmlische Jerusalem abbildeten, waren die Radleuchter der Romanik. Diese Sinnbilder der triumphierenden Kirche wurden treffend auch als „Jerusalems-Lichtkronen“ bezeichnet. Freilich war dieses Himmlische Jerusalem nun in einer runden Form symbolisiert, doch auch dafür konnte eine biblische Referenz, nämlich Jesaja 62, 3, wo die Gottesstadt eine Krone genannt wird, herangezogen werden.
Radleuchter waren in vielen bedeutenden Kirchen in ganz Europa vorzufinden, so allein vier in Köln, dann Exemplare in der Kathedrale von Metz, in der Prager Klosterkirche Wischenrad, in Monte Cassino oder in der Kathedrale von Canterbury. Hunderte Kopien befanden sich in kleinen Dorf- und Stiftskirchen, im 10. und 11. Jahrhundert waren sie eine regelrechte Modeerscheinung.
Heute gibt es nur noch wenige Leuchter, die das Himmlische Jerusalem repräsentieren, am berühmtesten sind vielleicht der „Azelinleuchter“ aus der Kirche St. Antonius in Hildesheim, der Heziloleuchter aus dem Hildesheimer Dom, der Comburger Leuchter oder der Barbarossaleuchter aus dem Aachener Dom. Doch auch unbekanntere Leuchter werden in diesem Band vorgestellt, etwa der Einbecker Radleuchter, der Radleuchter von St. Felicitas in Vreden, der Leuchter von Franz Hofstötter (Herz-Jesu-Kirche, Ludwigsthal), von Pierre Cuypers (Onze Lieve Vrouwe Munsterkerk, Roermond), von Ludwig Becker (Sankt Elisabeth, Bonn), von Rudolf Harrach (Bamberger Dom), von Franz Rickert (Apostelkirche zu Bocholt, Christuskirche Hennef, sowie Auferstehungskirche Schweinfurt), von Franz Katzgraber (Stadtpfarrkirche Wieselburg), von Wolfgang Tümpel (St. Nicolai auf Helgoland), von Dieter Läpple (Nikolaikirche Heilbronn), von Hans Habermann (Diözesanmuseum Regensburg), von Hermann Pohl (ev. Kirche Dissen), von Friedrich Koller ( Basilika St. Bonifaz, München), von Theo Heiermann (St. Maria und St. Clemens zu Schwarzrheindorf), von Ulrich Henn (Maria Himmelfahrt in Andernach) u.v.a.

 

KIRCHENFENSTER UND GLASARBEITEN, TEIL 3

ISBN 978-3-7347-6748-7

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Werke folgender Künstler sind dokumentiert:
Paul Kälberer (1896-1974), Wolf Dieter Kohler (1928-1985), Eugène Laudy (1921-1995), Gustav Fünders (1903-1973), Pascal Blachard (1861-1945), Ferdinand B. Jantzen (1895-1987), Margaret Aldrich Rope (1891-1988), Harcourt Medhurst Doyle (1913-2001), Max Weiss (1921-1996), Albert Birkle (1900-1986), Valentin Feuerstein (1917-2000), Bernhard Lütke-Jüdefeld (1958-2009), Claus Wallner (1926-1979), Charles Eijck (1897-1983), Hans Lünenborg (1904-1990), Rudof Yelin (1902-1991), Clemens Schmidt (1890-1979), Erhart Mitzlaff (1916-1991), Anton Wendling (1891-1965), Franz Dewald (1911-1990), Josef Oberberger (1905-1994), Harry Harvey (1923-2011), Hildegard Bienen (1925-1990), Pieter Herman Gerrit Cornelis Kok (1918-1981), Franz Pauli (1927-1970), Heinrich Wilthelm (1913-1969), Erhardt Klonk (1898-1984), Kurt Georg Becker (1904-1972), Erentrud Trost (1923-2004), Réne Dürrbach (1910-1999), Paul Gerhard Schmidt (1937-2010), Jupp Gesing (1922-1998), Max Ingard (1908-1969), Harry MacLean (1908-1994), Guido Nincheri (1885-1973), Benoit Gilsoul (1914-2000), Wilhelm Luib (1916-1986), Franz Dewald (1911-1990), Wilhelm de Graaff (1912-1975), Else Birks (geb. 1905), Klaus Arnold (1928-2009), Vinzenz Pieper (1903-1983), Heinrich Brupacher (1930-2010), Raymond Mirande (1932-1997), Egbert Lammers (1908-1996), Heinz Lilienthal (1927-2006), Christof Grüger (1926-2014) u.a.

 

DAS HIMMLISCHE JERUSALEM IN DEUTSCHLAND

ISBN 978-3-7347-3614-8

€ 12,99 / kaufen

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In Deutschland gibt es eine lange Tradition der Darstellung des Himmlischen Jerusalem, die mehr bietet als Dürers Apokalypseserie oder als die Illustrationen zu Luthers Bibelausgaben. Es gilt eine breite Vielfalt unterschiedlicher Jerusalemsdarstellungen zu entdecken, zunächst die zahlreichen mittelalterlichen Wandmalereien wie in der Peterskapelle Spay, der Lorscher Torhalle, der Veitskapelle in Mühlhausen oder wie das der Bückelter Kapelle. Höhepunkte und wahre Meisterwerke sind die Fresken in Scholen, Schwaförden und Marklohe (alle um etwa 1500 entstanden). Ebenso reichhaltig ist der mittelalterliche skulpturale Schmuck an Kirchenfassaden; herausgegriffen sei einmal der Rottweiler Kapellenturm, die Frauenkirche zu Esslingen oder St. Salvator Nördlingen.
Bemerkenswert, weithin bekannt und gut dokumentiert ist sicher die Ebstorfer Weltkarte (um 1300), die belegt, wie im Mittelalter Geografie und Religion verbunden waren: das Neue Jerusalem war ein konkreter Ort, der beschreibbar, grafisch darstellbar und schließlich in Visionen und Auditionen erlebbar war. Gleiches gilt für das bekannte Grabmal von Philipp I. von Heinsberg (um 1130 bis 1191) im Kölner Dom, der sich in einer Art Jerusalemsburg hat bestatten lassen.
Hochwertige Kupferstiche in der Frühen Neuzeit lassen sich im ganzen deutschen Sprachraum finden, etwa von Cornelius Cort, Johann Bussemacher, Melchior Küsel. Später, im 20. Jahrhundert, sind es vor allem die Glasmaler, die das Neue Jerusalem zum bildlichen Ausdruck brachten: Anton Wendling, Gerhard Hausmann, Heinz Hindorf und viele andere. Zwei Weltkriege und vor allem reichliche Summen aus Kirchensteuern hatten zur Folge, dass in Deutschland die besten Künstler ihrer Zeit tätig werden konnten: Wilhelm de Graaff, Sigmund Hahn, Franz Nagel, Emil Wachter, Gerd Winner, Rudolf Yelin, Max Herrmann, Gerhard Kadow, Elmar Hillebrand, Josef Hauke, Ida Köhne, Hubert Distler, Walter Prolingheuer, Friedemann Liebisch, Siegfried Assmann, Bernhard Weißhaar oder Egon Stöckle. Ihre Arbeiten belegen, dass die Johannesoffenbarung von ungebrochener Aktualität ist und gerade in einer Zeit, die von Mobilität, Entwurzelung, Entkirchlichung und Entfremdung geprägt ist, vielen Gläubigen Orientierung, Halt und Zuversicht geben kann. Das Himmlische Jerusalem übt selbst in einer so „aufgeklärten“, säkularisierten und multireligiösen Gesellschaft wie in Deutschland eine ungebrochene Faszination aus: auf Künstler wie auf Betrachter.

 

MINIATUREN DES MITTELALTERS

ISBN 978-3-7347-7501-7

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Miniaturen sind eine künstlerische Darstellungsform, die im Mittelalter ihren künstlerischen Höhepunkt erreichen. Es gibt eine ganze Reihe weltbekannter mittelalterlicher Apokalypse-Editionen, wie die Paris-Apokalypse, die hispanische Gulbenkian-Apokalypse, die Nuneaton-Apokalypse, die Queen-Mary-Apokalypse, die Edelstein-Apokalypse, die Pepys-Apokalypse, die Cloisters-Apokalypse und die Deutschordensapokalypse, welche alle das Neue Jerusalem in Bildform präsentieren. Klosterschulen, vor allem in Frankreich und England, hatten sich auf die Illustrierung dieser Bände spezialisiert und haben Meisterwerke hervorgebracht, die in ihrer Strahlkraft und Schönheit nach nach fast eintausend Jahren unübertroffen sind.
Miniaturen aus Privatbibliotheken wie auch aus staatlichen Sammlungen werden in dem Band besprochen und zum Teil erstmals gezeigt: New College Library (Oxford), British Library (London), Fitzwilliam Museum (Cambridge), Universitätsbibliothek Lüttich, Bodleian-Bibliothek (Oxford), Bibliothèque royale de Belgique (Brüssel), Pepys Library (Cambridge), Metropolitan Museum of Art (New York), Magdelene College (Cambridge), Bibliothèques municipales de Besançon, Morgan Library (New York), Bibliothèque municipale de Lyon, Bibliothek Sainte-Geneviève, The Morgan Library & Museum, die National Széchényi Library (Budapest).

 

VORROMANIK, OTTONIK, ROMANIK

ISBN 978-3-7347-8059-2

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Band 29

Während der Epochen Vorromanik, Ottonik und Romanik sind zwischen dem 4. Jahrhundert bis in das 13. Jahrhundert zahlreiche Kunstwerke mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem entstanden, die sich bis heute erhalten haben. Die meisten dieser Arbeiten sind aus Stein gearbeitet, wie der Sarkophag aus S. Ambrogio (380-390) in Mailand, die weltbekannten Kapitelle der Benediktinerabtei von Moissac, das Tympanon von Notre-Dame-du-Pré in Donzy sowie das der Abteikirche von Conques oder ein Jerusalemsbrunnen aus dem Priorat Saint Michel de Grandmont.
Unter den Malereien sind einige der bedeutendsten Pretiosen des Hochmittelalters, wie die Wandmalereien aus Saint Michel d’Aiguilhe, St John the Baptist in Clayton, St Botolph in Hardham, der Abtei Saint-Aubin in Angers, der ehemaligen Benediktinerklosterkirche Prüfening, der Dorfkirche von Möllendorf, der Kathedrale Notre-Dame de la Sède in Saint-Lizier, der ehemaligen Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Paul de Saint-Paul-Trois-Châteaux, die Deckenmalerei der St. Nikolai-Kirche in Braunschweig-Melverode sowie die bereits frühgotischen Wandmalereien der Abtei Sainte-Marie Lagrasse.
Im Gegensatz zu den Innenraummalereien, die oft Temperaturschwankungen, Ruß sowie Abrieb ausgesetzt waren, haben Buchmalereien wesentlich besser die Jahrhunderte überdauert. Herausragende Beispiele belegen, dass das Himmlische Jerusalem ein zentraler Gegenstand sakraler Malkunst war, der in den bedeutendsten Werken europäischer Buchkunst immer wieder zu entdecken ist. Man findet das Neue Jerusalem im Stuttgarter Psalter, in einem Evangeliar aus Saint-Médard von Soissons, in mehreren Prudentius-Handschriften und in verschiedenen Ausgaben des Liber Floridus, in der Stuttgarter Apokalypse, im berühmten Haimo-Codex, in einem kaum bekannten, dafür aber hochinteressanten Kalendar-Psalterium, in dem Buch Liber Scivias der Nonne und Heiligen Hildegard von Bingen, in französischen Passionsbüchern und sogar in der schlesischen Alexander-Apokalypse. Keine Architektur ist im frühen und hohen Mittelalter so oft dargestellt worden wie das Himmlische Jerusalem.

 

GOTIK

ISBN 978-3-7347-8641-9

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Band 30

Während der Gotik sind viele der weltweit bekanntesten Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem entstanden, die die abendländische Kunst für Jahrhunderte beeinflussen sollten. Zurecht denkt man zunächst an die beeindruckenden Fresken von San Francesco in Assisi von der Hand des Malers Cenni di Peppo, bekannt auch als Cimabue. Niccolo Polani ist ein anderer Meister aus Italien, der eine Ausgabe der „Civitate Dei“ des Kirchenlehrers Augustinus mit einem Neuem Jerusalem verzierte. Oder man erinnert sich an das Westportal der Kathedrale von Amiens, die in der Kunstwissenschaft als eine der zentralen Sakralbauten der Gotik gilt.
Ausdrücklich erwähnt werden soll auch die Krypta des Kollegiums von Saint-Bonnet-le-Château (Loire), von deren prächtigen Wandmalereien vom Beginn des 15. Jahrhunderts der Maler bekannt ist: Louis Vobis. Ein anderer ist Claes Brouwer, der kurz danach in den Niederlanden eine Historienbibel bebilderte. In Spanien arbeiteten Jean Bapteur, Peronet Lamy und Jean Colombe an einer Apokalypseausgabe für den Herzog von Savoyen, die heute als eine der Schätze der Bibliothek des Escorial nur ausgewählten Besuchern gezeigt wird.
Darüber hinaus erscheint das Neue Jerusalem in zahlreichen Handschriften: in der Tanner-Apokalypse, in der Bodleian-Apokalypse, in der Trinity College Apokalypse, in der Lambeth-Apokalypse, in der Apokalypse von Abingdon, in der Burckhardt-Wildt-Apokalypse, in der Greenfield-Apokalypse, in der Corpus-Apokalypse und auch in der Lincoln-Apokalypse.
In ganz Europa waren es aber die Wandfresken, die den gläubigen Massen das Neue Jerusalem vor Augen führten. Besonders schöne Beispiele findet man in Deutschland in der Dorfkirche Kalkwitz oder in St. Johann Baptist in Brechten (Dortmund), in England in Oddingtons St Nicholas oder in der Guild-Chapel of the Holy Cross zu Stratford, in Frankreich in Sainte-Anne in Cazeaux de Larboust oder in der Kapelle Sant Antonio Abate im Ort Jouvencieaux im piemontesischen Sauze d’Oulx, in Italien in der Kirche der Franziskanerabtei Pomposa oder Santa Maria Novella in Florenz. In der Gotik hatte fast jede Kirche eine Darstellung dieses Themas, aber nur wenige Arbeiten haben die Kriegszüge, die Umwelteinflüsse, die veränderten Moden, die Abriss- und Neubauwut und schließlich den natürlichen Verfall, dem alles unterliegt, bis heute überstehen können.

 

BAROCK UND ROKOKO

ISBN 978-3-7357-8841-2

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Band 31

Im Barock lassen sich, bezüglich des Himmlischen Jerusalem, zwei Zentren ausmachen: die Niederlande und Italien. In den Niederlanden waren die bedeutendsten Künstler Petrus van der Borcht, Johan (Johannes) Sadeler I (1550-1600), Marten (Martin) de Vos (1532-1603), Pieter de Jode der Ältere (1570-1634), Nicolaes Visscher (auch Vißcher, 1618-1679), Frederick Hendrick van Hove (um 1628-1698), Claes Braau (um 1636-1707), Dirk Kuipers (1733-1796), Leendert Brasser (1727-1793), Philip van Gunst (1685-1732) und natürlich der Meister Jan Luyken (1649-1712), der sogar eine Ausgabe von „Pilgrim’s Progress“ mit einem Himmlischen Jerusalem ausstattete. Warum sich gerade die Niederländer so für das Himmlische Jerusalem begeisterten, liegt einfach daran, dass im 16. und 17. Jahrhundert die Niederlande das Kunstzentrum Europas waren, die nicht nur für den Eigenbedarf produzierten, sondern das Neue Jerusalem in die ganze Welt exportierten. Die Einflüsse erreichten sogar die orthodoxe Ikonenkunst, etwa die Weltgerichts-Ikone aus Jaroslawl (um 1660) oder die hellenistische Weltgerichtsikone (um 1675) des Mönchs Ambrogio.
In Italien waren es vornehmlich Gaspare Crivellari, Gian Antonio Castelli (geb. um 1570, gest. um 1640) und Pietro Castelli, Andrea Bordone und Livio Retti (1692-1751). Hier war die Nähe zum Vatikan ausschlaggebend, der die Kunst im Rahmen der Gegenreformation förderte und die Werke, vor allem Kupferstiche, in der ganzen katholischen Welt verbreitete.
Weitere namhafte Künstler, deren Arbeiten hier dokumentiert werden, sind Pedro de Mena (um 1628-1688), Matías de Torres (1635-1711), Karl Gustav Amling (1651-1702), Johann Ulrich Krauß (1655-1719), Antonio José Rebolloso, Joseph Mages (1728-1769), Manuel Peleguer y Tossar (1759-1831), Cosmas Damian Asam (1686-1739), Joseph Sebastian Klauber (1710-1768) und Johann Baptist Klauber (1712 bis gegen 1787). Unter allen sticht Matthäus Merian (1593-1650) hervor: Zu Beginn des 17. Jahrhunderts brachte er einen Lutherbibel mit damals revolutionär neuen Illustrationen auf den Markt. Auch das Neue Jerusalem wurde jetzt in diesem Werk, das als Merianbibel lange Jahre die protestantische Bibelausgabe schlechthin war, modernisiert und zeitgemäß präsentiert und ist noch heute vielen Lutheranern in dieser Fassung vertraut. Bibelausgaben aus Frankreich und England, Kopien in Öl von Kirchen in Skandinavien bis nach Osteuropa belegen, wie stark dieses Jerusalemsbild in der Lebenswirklichkeit der Gläubigen präsent war.

 

 

CHRISTLICHE KUNST AUS DEN USA

ISBN 978-3-7386-1339-1

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Band 32

Amerika ist das Neue Jerusalem der Moderne. Zahlreiche Bilder beweisen, dass nirgends auf der Welt die Vorstellung des Neuen Jerusalem eine so brisante Aktualität und mächtige Wirkkraft hat wie in den USA. Dazu zählen Kunstwerke von anerkannten Künstlern wie Diane Ekings Fairfield, Aaron Eckstein, Katrina Vrebalovich, Fred Tomaselli, Jim Jhaw, Dominic Shepherd und John Steczynski, deren Arbeiten in den bedeutenden internationalen Museen aufgenommen wurden. In den USA sind Jerusalem-Ikonen entstanden, die Millionen von Gläubigen Hoffnung und Orientierung geben, so die Gemälde „The Crucifixion“ von Jan Styka, „I am the Way“von Danny Hahlbohm, „Welcome Home“ von Ron DiCianni, „Johnny Made Whole“ von Nathan Greene, „New Jerusalem Descending“ von Robert Roberg oder „Heaven and Earth“ von Daniel Brian Holemans.
Besonders die christlich-fundamentalistischen Kreise in den USA haben Illustrationen mit dem Neuen Jerusalem hervorgebracht. Eine neue Modeerscheinung sind Geistliche, die während ihrer Predigt malen und zeichnen. Der Mönch Jerome J. Pryor, Rev. Oden Hetrick, Rev. Garland Estham, Rev. Steven Henry und Sister Gertrude Morgan haben Kunstwerke geschaffen, die als Ausdruck ihrer speziellen Frömmigkeit verstanden werden müssen: nicht künstlerische Qualität ist das Ziel, sondern ekstatische Hingabe und Visualisierung einer biblischen Hoffnungsutopie.
Des weiteren gibt es in den USA eine reiche Tradition von Bibelillustrationen; genannt seien Clive Uptton, Carlo Tora, Jack T. Chick, Severo Baraldi, Eric Thomas und Amy Burch. Ihre Werke sind deswegen bekannt, da sie über Druck und Internet in zahlreiche Haushalte gelangen. Ähnliches gilt für Glasfenster, die der Gemeinde wöchentlich vor Augen stellen, wie es in Zukunft einmal aussehen soll. Hier wurde in den USA oft das Neue Jerusalem als Thema gewählt, von Meistern ihres Faches wie Glidden Parker, Maria Morales, Marjorie Blake, Jessica Rose Carrara oder David Hetland.
Neben anerkannten, oftmals akademischen Künstlern gibt es aber in keinem Land der Welt so viele Hobby- und Freizeitmaler wie in den USA, die ein Hauptthema vereint: Ihre Interpretation des Himmlischen Jerusalem. Darunter sind Personen mit bürgerlichen Berufen ebenso wie Soldaten der US-Armee, Strafgefangene oder Menschen mit geistiger Behinderung: Alain Desrochers, Ben Esaound, Philip Nelson, Stacy Lee, Alfred D. Sandstrom, Meriam Matthews, Betty Heinsen, Jeffery Hitch, Duncan Long, Nany Snooks, Ted Larson, Erik Teter, Scott Erickson und andere.

 

 

MOSAIKE

ISBN 978-3-7386-1207-3

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Band 33

Das Wort Mosaik leitet sich aus dem spätlateinischen Musaicum (opus) (Werk, das den Musen gewidmet ist) ab. Schon in der Antike war diese Technik beliebt, da Mosaike ihre Leuchtkraft nicht verlieren und die Jahrhunderte überdauern. Gerade Rom und Ravenna, beides geistige und politische Zentren der Spätantike, haben bezüglich des Neuen Jerusalem kostbare Mosaiken vorzuweisen. Das Mittelalter, die Renaissance, der Barock und der Klassizismus kennen dann allerdings kaum einmal ein Mosaik mit dem Neuen Jerusalem. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden wieder Kirchen mit Mosaiken ausgestattet, die das Himmlische Jerusalem zeigen. Namhafte Künstler und Künstlerinnen nehmen sich auf einmal des Themas an: Angela Gsänger (geb. 1929), Charles (Carl) Crodel (1894-1973), Claus Wallner (1926-1979), Otto Habel (1922-1996), Siegfried Steege (gest. 2002), Isolde Joham (geb. 1932), Maria Sunniva Guer de Saavedra, Pär Andersson, Bo Viktor Beskow, Christel Poll (geb. 1914), Ehrentrud Trost, Josef de Ponte (1922-2006), Carl Unger (1915-1995), Benedict Schmitz, Vasco Nasorri, Anna Dorothea Kunz-Saile (geb. 1941), Anneke Kaai (geb. 1951) oder Madeline Diener. Ihre Mosaike findet man nicht allein in Deutschland oder Österreich, sondern auch in Schweden, Italien oder sogar in Israel und Bolivien.
Unter den zahlreichen Künstlern soll noch auf Pater Marko Ivan Rupnik, dem Leiter des Atelier Aletti, und seine Mitarbeiter hingewiesen werden. Das Atelier Aletti arbeitet eng mit dem Vatikan zusammen und stattete in den letzten Jahren zahlreiche Kirchen mit Mosaiken aus. Auffällig oft wurde auch das Neue Jerusalem als Motiv gewählt, in einer Formensprache, die es einerseits durchaus als Werke unserer Zeit erkennbar macht, andererseits aber die römische Mosaiktradition der Antike neu belebt und fortschreibt.

DER TABERNAKEL UND DAS NEUE JERUSALEM

ISBN 978-3-7386-3493-8

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Band 34

In katholischen Kirchen ist der Tabernakel (vom lateinischen „tabernaculum“: Zelt, auch Sakramentshaus) ein sakraler Ort, an dem bevorzugt das Himmlische Jerusalem künstlerisch ins Bild gesetzt wird. Schon das Wort ist in der christlichen Verwendung ein vorwegnehmender Bezug auf das Himmlische Jerusalem, das auch als „Zelt Gottes bei den Menschen“ (tabernaculum Dei cum hominibus) bezeichnet wird (Offb. 21,3).Ein Tabernakel ist ein verschließbares Kästchen mit massiven Wänden und verschließbarer Tür. Meist ist es aus Metall gearbeitet und oftmals vergoldet. In diesem Kästchen werden die konsekrierten eucharistischen Gaben (also Brot und Wein, die nach katholischem Glauben Leib Christi sind) aufbewahrt, insbesondere, um den Teilnehmern am Abendmahl, den Kranken und den Sterbenden jederzeit gereicht werden zu können. Oftmals findet sich, spätestens nach dem Tabernakeldekret vom 1. Juni 1957, auf oder direkt neben dem Tabernakel auch ein „ewiges Licht“, das an die reale Existenz Christi in der Eucharistie erinnert. Die vom Zweiten Vatikanischen Konzil 1963 beschlossene Liturgiereform hat an vielen Orten zu Altarumbauten geführt und auch zur Aufstellung von neuen Tabernakeln geführt: Das Konzil wünschte in seiner Konstitution über die heilige Liturgie (Sacrosanctum Concilium), dass die Tabernakelgesetzgebung geändert werden solle. Daher befindet sich in seit dieser Zeit gebauten oder umgebauten Kirchen der Tabernakel meist in einer eigenen Seitenkapelle oder im Altarraum auf einer Stele.
In Deutschland sind es vor allem folgende Künstler, die Tabernakel mit dem Jerusalems-Motiv geschaffen haben:
-Walter Klocke (1887-1965)
-Hanns Rheindorf (1902-1982)
-Joseph Krautwald (1914-2003)
-Peter Bücken (geb. 1915)
-Heinrich Gerhard Bücker (1922-2008)
-Hildegard Bienen (1925-1990)
-Alfred Erhart (1928-1984)
-Hubert Janning (geb. 1929)
-Rudolf Krüger-Ohrbeck (geb. 1930)
-Josef Henger (geb. 1931)
-Reinhold Schröder (geb. 1932)
-Hubert Elsässer (1934-2009)
-Michael Amberg
-Herbert Kämper
-Josef Welling
-Michael Winkelmann
-Wilhelm Breitsameter

DIE SPIEGELVISION DES GUILLAUME DE DÉGUILEVILLE

ISBN 978-3-7386-4602-3

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Band 35

Die mittelalterliche Dichtung „Pélerinage de la vie humaine“ stammt von Guillaume de Digulleville (1295-1358). Digulleville war Prior der Zisterzienserabtei von Chaalis und Verfasser einflussreicher religiös-allegorischer Dichtungen in mittelfranzösischer Sprache. In seiner Pélerinage beschreibt er, wie er nach der Lektüre des Rosenromans eine Vision hatte, die ihn auf eine spirituelle Reise nach Jerusalem führte. In der Vision wird ihm das Neue Jerusalem in seiner ganzen Schönheit vorgeführt.
Die Schrift Pélerinage ist auch ein Ausdruck der Sehnsucht nach einem sicheren Ort, in dem man vor Gefahren, Krankheit, Tod und Hunger geschützt ist. Aus dem Text geht hervor, dass sich die Erscheinung des Himmlischen Jerusalem auf ein autobiographisches Erlebnis des Verfassers, also Guillaume de Digulleville, bezieht: Er habe aus einer Vision, die im Spiegel erschien (daher wird der Text auch „Spiegelvision“ genannt), lernen sollen, dass der Mensch auf Erden pilgern müsse, um einst das Himmlische Jerusalem zu erreichen. Das lasse sich nur und allein durch ein tugendreiches Leben erreichen. Es geht also um eine metaphorische, geistig-spirituelle Reise nach Jerusalem.
Digullevilles Werk wurde dann vor allem im 14. und 15. Jahrhundert recht beliebt und vielfach neu aufgelegt. Unter anderem gibt es kostbare Exemplare mit spätgotischen Illustrationen ganz unterschiedlicher Art und Weise. Die großen Bibliotheken Europas, wie die Russische Nationalbibliothek St. Petersburg, die John Rylands University Library in Manchester, die Morgan Library & Museum, die British Library London, die Bodleian Library in Oxford, die Französische Nationalbibliothek, die Staatsbibliothek zu Berlin, die New York Public Library, die Koninklijke Bibliotheek Den Haag, die Heidelberger Universitätsbibliothek u.v.a. verwahren Miniaturen zu diesem Werk, die hier erstmals in ihrer Gesamtheit versammelt sind, verglichen und wissenschaftlich-systematisch erläutert werden.

PRETIOSEN DES OSTENS: IKONEN

ISBN 978-3-7392-0313-3

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Band 36

Unter den Ikonenmalereien gibt es eine Vielzahl bedeutender Kunstwerke, die das Neue Jerusalem zeigen. Zentrale Ikonentypen entstanden im 17. Jahrhundert, so vor allem die Ikone „Bau der Auferstehungskirche/Grabeskirche“, auf der das Neue Jerusalem links oben als runde Stadt gezeigt wird, und dann die „Ikone zum Glaubensbekenntnis“. Höhepunkte waren aber die Ikone „Muttergottes aller Betrübten Freude“ sowie die 1682 in Moskau „erfundene“ Ikone „Christusbaum“. Vor allem letztere Ikone wurde bis ins frühe 19. Jahrhundert mehrfach kopiert. Aus dem 18. Jahrhundert gibt es aus Griechenland auch eine Maria Immaculata-Darstellung, die in der Ostkirche recht selten ist. In Bulgarien besitzt das Kloster Rila Darstellungen mit dem Neuen Jerusalem (um 1840), an denen der Maler Sachari Sograf (1810-1853) beteiligt war.
Dann gibt es noch besondere Pretiosen wie eine Diakonische Tür mit einer Darstellung des Neuen Jerusalem aus dem Spätmittelalter, die Triptychon-Ikone (17. Jh.), die McCormick-Apokalpyse (1600-1650) und die Ikone „Der Evangelist Matthäus“ (um 1680). Neben den Ikonen aus Russland zeigen auch Beispiele aus Griechenland das Himmlische Jerusalem, vor allem auf Tafeln der Klosterrepublik Athos.
Neuere Ikonen mit einem Himmlischen Jerusalem stammen von Katharina Sitnikov-Peters (Kapelle zu Visbek), Heide Staudinger (Werktagskapelle in der katholischen Kirche „Zum Heiligen Schutzengel“ in Essen-Frillendorf), Yaroslav und Galina Dobrynine (Kloster St. Antoine le Grand) oder Dmitry Lazarev und Constantine Ohotin (Kirche „Zur Fürbitte der Heiligen Jungfrau“, Schukowski).

IKONEN DES WELTGERICHTS

ISBN 978-3-7392-1704-8

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Band 37

Ikonen begeistern seit Jahrhunderten Gläubige, Kunstfreunde und Wissenschaftler. Irgendwie geht von diesen Kunstwerken etwas Geheimnisvolles, Magisches, etwas Meditatives aus. Unter den Ikonen bilden solche mit einer Darstellung des Himmlischen Jerusalem eine eigene Gruppe, nämlich die der Ikonen des Weltgerichts, wie etwa die weltbekannte Stroganow-Ikone (16. Jh.) oder die Kreml-Apokalypse (um 1580). Auf diesen Werken ist das Neue Jerusalem so gut wie immer oben links zu finden, in unterschiedlicher Form: oft als Arkadenreihe, dann in Kreisform, als kleine Stadtanlage, als einzelnes Gebäude oder schlicht als Himmelspforte.
Die meisten Weltgerichtsdarstellungen befinden sich zunächst in den großen Kunstsammlungen Russlands, so in der Moskauer Tretjakow-Galerie, der Eremitage von St. Petersburg, im Kunstmuseum Jaroslawl, in der Staatlichen Kunsthalle Perm, im Kunstmuseum von Archangelsk, im Staatlichen Museum Wologda, in der Rüstkammer des Moskauer Kreml, im Museum für Geschichte der Religion in St. Petersburg, im Kunstmuseum Sochi, im Historischen Architektur- und Kunstmuseum zu Rybinsk oder im Kischi-Museum. Doch auch außerhalb Russlands kann man solche Kunstwerke weltweit entdecken, so etwa im Schwedischen Nationalmuseum in Stockholm, im Polnischen Nationalmuseum in Krakau, im Museum für russische Ikonen im amerikanischen Clinton, im Ikonenmuseum der ukrainischen Nationalkirche in Rom, im Timken Museum of Art in San Diego, im Andrey Sheptycky Nationalmuseum in Lwiw (Lemberg), im Hellenistischen Institut von Venedig, im Ikonenmuseum Recklinghausen, in der Ikonensammlung Orler (im italienischen Marcon), in der Ikonensammlung der Gemäldegalerie des Palastes Leoni Montanari in Vicenza, im Ikonenmuseum Frankfurt am Main und in vielen anderen Museen und Sammlungen, deren Werke hier eingehend vorgestellt werden.

BEATUS-APOKALYPSEN

ISBN 978-3-7392-2250-9

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Band 38

Die Beatushandschriften sind ein eigener Kosmos in der Welt der Apokalypsen. Beatus-Apokalypsen, auch Beatus-Handschriften genannt, sind illuminierte Manuskripte eines Beatus von Liébana zugeschriebenen Apokalypse-Kommentars, der Ende des 8. Jahrhunderts im Königreich Asturien entstand, als man dort und anderswo das Ende der Welt erwartete. Die meisten der 26 bekannten Beatus-Handschriften wurden zwischen dem letzten Viertel des 8. und dem 12. Jahrhundert in Nordspanien angefertigt.
Darunter befinden sich so bekannte Handschriften wie der Morgan-Beatus (um 950), der Valladolid-Beatus (970), der Codex Gerundensis (um 975), der Urgell-Beatus (um 975), der Facundus-Beatus (1047), die Apokalypse von Saint-Sever, der Manchester-Beatus (um 1080, auch Rylands-Beatus genannt), der Silos-Beatus (1091-1109), der Turin-Beatus (um 1100), der Lorvão-Beatus (1189), der Navarra-Beatus (um 1190), der Las Huelgas-Beatus (1220) und der Arroyo-Beatus (um 1230). Alle diese Handschriften präsentieren das Neue Jerusalem und werden in diesem Band ausführlich vorgestellt.
In den isoliert gelegenen Königreichen Nordspaniens haben sich Kunstformen entwickelt, die sich von den übrigen europäischen Kunststilen deutlich unterscheiden lassen. Teilweise gehen sie bis auf die Antike zurück, gemischt mit Einflüssen aus dem benachbarten Frankenreich und aus dem arabisch-islamischen Raum, vermittelt durch mozarabische Flüchtlinge. Bei der Abbildung zum Himmlischen Jerusalem ist dies vor allem der arabische Rundbogen der zwölf Tore. Auch der weitestgehende Verzicht auf Personendarstellungen und die „Begrünung“ des Zentrums mit typisch arabischen Blumenornamenten gehen auf islamische Vorlagen zurück.

LATEIN- UND SÜDAMERIKA

ISBN 978-3-7392-3336-9

€ 12,99 / kaufen

Band 39

Arbeiten mit dem Himmlischen Jerusalem aus Latein- und Südamerika setzen mit dem 16. Jahrhundert ein, und waren lange Zeit von den europäischen Vorbildern abhängig, vornehmlich von der katholische Kirchen- und Klösterkultur. Dennoch ist die Zahl der Künstlerinnen und Künstler, die zu diesem Thema gearbeitet haben, überraschend groß: Francisco de Morales, Antonio de Santander, Luis Lagarto (1556-1620), Baltasar Echave Ibia (1584-1660), Maestro de San Ildefonso, Vega Lagarto (1586-1640), Johann Friedrich Greuter (1590-1662), Jusepe Martinez (1600-1682), Blas de Torres, Basilio de Salazar, Miguel de Santiago (um 1633-1706), Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682), Juan Correa (1646-1716), José López de Rios, Diego Quispe Tito (1611-1681), José Rodríguez Carnero (1649-1725), Pascual Pérez (genannt „El Mixtequito“), José Rodriguez Carnero (1649-1725), Cristóbal de Villalpando (um 1649-1714), Lucas Villamil, Melchor Perez Holguin (1660-1732), Antonio de Torres, Marcos Zapata (um 1710-1773), Gaspar Miguel de Berrio (1706 – nach 1764), Manuel Cerna, Francisco Solano (1743-1818), Luis de Ayala, Thaddeo Ascalante de Acomayo (auch Tadeo Escalante), Silvia Kum, Martin la Spina, Franco Associados. Paulo Debs, Estela Zariquiegui, Ana Paula Luberti. Ihre Arbeiten findet man in Kirchen, Klöstern, Museen und Privatsammlungen zwischen Mexiko und Argentinien, hervorgehoben seien das Kloster Santos Reyes in Metztitlán (Mexiko), das Kunstmuseum São Paulo, das Museo Nacional del Virreinato (Tepoztlan, Mexiko), die Kirche San Jerónimo (Cusco), die Kirche „Inmaculada Concepción“ des Franziskanerklosters von Ozumba, das Museum José Luis Bello y González (Puebla), die Kathedrale von Tlaxcala, die Kathedrale von Texcoco de Mora, das Museum der Wallfahrtsbasilika in Guadalupe (Mexico-City), die Kathedrale Primada de Colombia (Bogota), das Kloster San Francisco in San Miguel Allende, die Kathedrale von Aguascalientes (Mexiko), die Kirche San Miguel von Mixquic, das Franziskanerkloster zu Cusco, die Franziskanerkirche San Diego in Guanajuato, das Museo Pedro Coronel in Zacatecas, die Kirche San Felipe Neri in Cuauhtémoc, die Kirche Santiago Apósto in Huancané (Peru), das Universitätsmuseum von Sucre (auch Charcas-Museum), die Kirche San Pedro in Cholula, die Kirche Nuestro Señor in Chalma, die Peyton-Wright-Gallery in Santa Fe, die Kirche San Juan Bautista in Huaro und schließlich das Museum für Zeitgenössische Kunst Lateinamerikas in La Plata.

 

MARTIN LUTHER IN SEINER ZEIT – UND DAS HIMMLISCHE JERUSALEM

ISBN 978-3-7392-4692-5

€ 12,99 / kaufen

Band 40

Die Reformation war eine Zeit, die intensiv von apokalyptischen Hoffnungen und Befürchtungen geprägt war. Gerade Martin Luther war sich der Wirkmächtigkeit der Apokalypse bewusst und stand ihr mit Skepsis gegenüber. Einerseits meinte er zu diesem letzten Buch der Bibel: „Mein Geist will sich in dies Buch nicht schicken“, doch andererseits bestand für ihn kein Zweifel, dass der Antichrist der Papst in Rom sei und das Ende der Welt bevorstände. Mit beidem hatte er nicht Recht. Das Himmlische Jerusalem aber war für Luther immer ein Ort des Jenseits, der Zeit nach dem Jüngsten Gericht. Andere Interpretationen, wie etwa der Täufer oder Schwenkfeldianer, die einer Herbeiführung von Gottes Gerechtigkeit im Hier und Jetzt positiver gegenüberstanden, wurden von ihm scharf abgelehnt.
Dennoch musste sich Luther auch zum Aussehen des Neuen Jerusalem positionieren, denn in seinen Bibelausgaben und bald auch in denen der anderen Konfessionen, stellte sich die konkrete Frage, wie man die Apokalypse im Allgemeinen und das Himmlische Jerusalem im Besonderen darstellen wollte, konnte, sollte. Die großen und namhaften Bildkünstler der Reformation – Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Hans Burgkmair, Georg Lemberger, Heinrich Vogtherr der Ältere, Matthias Gerung oder Hans Sebald Beham – beschäftigten sich alle mit einer adäquaten Darstellung des Himmlischen Jerusalem, das den reformatorischen Anforderungen an Text und Bild Genüge tun sollte. Es entstanden „klassische“ Stadtdarstellungen, die über Jahrhunderte nahezu unverändert in lutherischen Bibeln verwendet und auch von katholischen Ausgaben „abgekupfert“ wurden. Die beiden Fassungen in Luthers Septemberbibel von 1522 und diejenige der ersten deutschsprachigen Gesamtausgabe „Biblia, das ist, die gantze Heilige Schrifft Deudsch“ (1534) wurden zu einer Art protestantischen Ikone des Himmlischen Jerusalem. Erst im Rahmen der Gegenreformation traten auf katholischer Seite Maler und Grafiker auf, die bezüglich des Jerusalem-Bildes qualitätsvolle Arbeiten schufen, die den protestantischen Arbeiten ebenbürtig waren. Eingehend besprochen werden die Vulgata-Ausgaben, das Emser-Testament oder die hispanischen Editionen der Mystica Ciudad.

 

 

 

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